Newsletter

2013 Jänner bzw. Januar


Sehr geehrte Damen und Herren!
Liebe Fastweltuntergangüberlebende!
Ehrenwerteste Publikümmer und -kümmerinnen!

Das neue Jahr! Jetzt ist es da! Endlich! Denn jetzt wird alles anders: Nie mehr Rauchen, nur noch Sport und Müsli, und nie wieder etwas hören von Syrien, Eurokrise und globaler Erwärmung! Herrlich, das wird…. so wahrscheinlich nicht werden.
Aber natürlich werden wir von all dem wirklich nicht so viel mitbekommen, denn 2013 wird vor allem eines die allgemeine Wahrnehmung auf sich ziehen: Der WAHLKAMPF!
Es wählen nämlich ungefähr alle 2013. In beliebiger Reihenfolge: Niedersachsen, Kärnten, Salzburg, Bayern, Deutschland, Italien, Ägypten, Israel und Österreich. Hab ich was vergessen? Wahrscheinlich.
Das heißt, wer dem allgemeinen Ich-versprech-Ihnen-was-das-wir-beide-nicht-glauben-aber-wir-beide-tun-so-als-ob-das-funktionieren-würde-dafür-halt-ich-mich-nacher-nicht-dran-und Sie-tun-enttäuscht-okay? entfliehen will muß, schon ziemlich weit weg fahren. Nach Syrien, zum Beispiel. Da gibt es keine Wahl, nur Kampf.
Wer das nicht will, der muß Fernsehen, Radio und Internet meiden, wie der Teufel das Weihwasser oder der Ministrant den Pfarrer. Überall werden uns 2013 grinsende, aber doch auch irgendwie ernste und staatstragende Gesichter erwarten, die ihre Botschaft unters Volk bringen wollen. Wohl gemerkt: darunter, nicht ins Volk hinein.
Und dann soll das Volk sich für eine Buchstabenkombination entscheiden. Meist aus nur drei Buchstaben. Etwa: CDU, SPD, ÖVP, FPÖ, SPÖ, FPD, PDL oder SVP. Weitaus bekanntere Buchstabenkombinationen wie PDF, GIF, JPG, SUV oder ABS und MWST stehen allerdings nie zur Wahl.
Dabei meinen es die Menschen hinter den Kürzeln nur gut mit uns.
Ja, sie wollen kommunizieren und nah am Bürger sein. Gut, das klingt jetzt natürlich ein bißchen nach diesen unangenehmen Kneipenbekanntschaften: Da sitzt man in Ruhe an der Theke (oder auch Tresen, für Wiener: an der Budel), da kommt plötzlich so ein Typ daher, setzt sich ungefragt direkt neben Dich, wanzt sich an Dich ran und labert Dich ungefragt stundenlang mit irgendeinen Scheiß zu. Irgendwas wegen Familie, die Kinder, die Situation im Job, die Zukunft, was das Geld morgen wert ist… und der hört nicht mehr auf damit. Nie!
Aber er kommuniziert und ist sehr nah am Bürger.
Also lassen Wir uns nicht zu labern, stellen die Ohren auf Durchzug und machen uns unseren eigenen Kopf. Irgendwann ist dieses Jahr dann auch vorbei…



2012 November & Dezember


Ehrenwerte Newsletter-Lesende!
Sehr geehrte Damen und Herren!
Liebe Mitmenschenskinder!

Heute schreiben wir den 21.11. 2012 und natürlich ist uns allen klar, daß in einem Monat die Welt untergeht. Sowieso. Ganz bestimmt! Und wer die Zivilbevölkerung in Gaza, Israel, im Kongo, Somalia oder in Syrien fragt, der erfährt auch, wie sich das in etwa anfühlen wird.
Aber Gott sei Dank gibt es in Mitteleuropa noch Kräfte, die wissen, was gut für uns alle ist. Nein, nicht der Verfassungsschutz. Der schreddert lieber interessante Akten und weiß sonst nichts, sofern man ihm nicht das Gegenteil beweisen kann. Schriftlich. Mit Akten. Die er natürlich gleich gern wieder schreddern würde.
Nein, ich meine natürlich: Die CSU. Diese grundsympathische Partei hat nicht nur auf ihrem Parteitag klar gemacht, daß man eigentlich nur glücklich sein kann, wenn man vom größten Horst aller Horstens (oder Hörster? Horstensien?)… also wenn man vom größten Horst aller Zeiten regiert wird, sondern die weiß auch, was die Zuschauer des ZDF interessiert – und was nicht.
Der Parteitag bayrischen SPD zum Beispiel, der interessiert wirklich niemanden. Deshalb muss man auch gar nicht darüber berichten. Wie? Pressefreiheit? Jaja, schon, wenn man mal wieder in China mahnend den Zeigefinger erheben will, aber zu Hause? Geh, des hamma do no nie wirkli braucht… trink man noa Hoibe! Oans, zwoa…
Überhaupt Informationen und Öffentlichkeit. Da hat auch die bayrische Justizministerin Merk ihre ganz eigene Methode. Wenn etwa jemand sagt, in einer Nürnberger Bank wird systematisch Geld am Fiskus vorbei ins Ausland geschafft, also klassische Steuerhinterziehung betrieben, dann wird dieser Mensch… in die Psychatrie verfrachtet. Also, der der sowas öffentlich macht, und nicht der, der hinterzieht. Logisch!
Man muss doch in Ruhe sein Geld illegal am Staat vorbeischmuggeln dürfen. Deswegen hat man auch eine Justizministerin, die solche Vorgänge vor dem Zugriff der Justiz schützt. Mit Einweisungen in die Klapse. Das sind gute, alte Methoden, die der historisch interessierte Mensch noch aus der Sowietunion kennt.
Wer es nicht glaubt, bitte:
http://www.ardmediathek.de/das-erste/report-mainz/justizskandal-in-bayern?documentId=12444944
Der Begriff „Merkwürdig“ bekommt da einen ganz neuen Beigeschmack.
Aber, keine Sorge, wir Wähler sind ja Volldeppen und werden uns das sicher nicht bis zur kommenden Wahl merken.
Dabei wählt ja meine Wenigkeit nur in Österreich. Und nicht in Ungarn.
Aber in Ungarn darf bald sowieso nicht mehr jeder wählen. Der Herr Orban macht‘s möglich: Denn wer krank  oder arm ist oder sich aus anderen Gründen nicht vor der Wahl auf eigene Kosten registrieren lassen kann, der wählt einfach nicht.
Ja, wo kommen wir denn auch hin, wenn die Armen auch noch wählen dürfen. Das muss doch nicht sein. Dabei ist der Herr Orban natürlich ein lupenreiner Demokrat, da ihm ja schon der Herr Strasser der ÖVP vor ein paar Jahren für seinen „Kampf gegen den Kommunismus“ gedankt hat. Und wer könnte die Worten des Herrn Strasser anzweifeln, schließlich ist der Mann ein ehemaliger österreichischer Innenminister und per Video überführter Gesetzesverkäufer.
Obendrein ein ÖVPler und die Volkspartei ist bekanntlich eine Truppe, die die Sauberkeit und Transparenz in der Politik erst erfunden hat. Vor allem nachdem sie zusammen mit der SPÖ, der FPÖ und dem BZÖ den parlamentarischen Korruptions-Untersuchungsausschuss erfolgreich abgewürgt hat.
Aber egal, das merkt sich auch keiner bis zur Wahl nächstes Jahr.
Und wir singen alle: Glücklich ist, wer vergisst, was ja nicht zu ändern ist.
Was ist also sonst noch passiert? George Lucas hat seine Rechte an Star Wars Disney verkauft, was wohl bedeutet, daß in den kommenden Krieg-der-Sterne-Filmen der Imperator gegen Bambi und Britney Spears antritt.
„Bambi, ich bin dein Vater!“ – „Nein, der ist ein Hirsch, deswegen bin ich auch ein Reh“.
Wem das alles zuviel wird und sich nun denkt „Nichts wie weg!“, dem sei gesagt: es gibt Hoffnung! Ein – wahrscheinlich – belebbarer Planet wurde entdeckt! Schlappe 41 Lichtjahre entfernt. Also, wenn man sich nur ein bißchen Zeit lässt und hin und wieder zurück fliegt (mit dem Darth-Vader-Shuttle-Service, dessen Besitzer jetzt aussieht wie Goofy) kommt rechtzeitig zum 300. Geburtstag von Richard Wagner wieder. Denn nächstes Jahr ist der 200. und damit Richard-Wagner-Jahr.
Oder wir haben Glück und es geht vorher doch noch die Welt unter.



2012 September & Oktober


Oh Menschheit!
Oh Weiblein und Männlein!
Oh geneigt lesendes Publikum!

Der Herbst ist da! Während rund um den Rhein Federweisser (vulgo Sturm) und Zwiebelkuchen den Gaumen erfreuen und den Rest des Körpers daraufhin für 48 Stunden an die Toilette fesseln, sind in München die letzten Aufbauarbeiten für das größte Besäufnis der Welt in vollem Gange. Und alle hoffen inständig, daß dabei nicht schon wieder eine Fliegerbombe gefunden wird. Und im schönen Österreich pflegt man den schönen, alten Brauch Untersuchungsauschüsse, so sie erfolgreich untersuchen, durch Diskreditierung einzelner Personen abzudrehen. Dazu nehme man ein paar Formfehler, Parteivorsitzende der Parteien, die etwas zu verbergen haben, und die die Dreckschleuder, auch „Boulevard-Presse“ genannt, und schon hat der Bürger, der sich eigentlich nur für Fussball interessiert, den Eindruck so ein Untersuchungsausschuß ist irgendwas unanständiges. Nachfragen? Recherchieren? Akteneinsicht fordern? Das ist ein zutiefst unösterreichisches Vorgehen! Geh bitte, so was macht man doch nicht!
Und der fussball-interessierte österreichische Bürger ist ja ohnehin ein bisserl angefressen dieser Tage.
In Deutschland dagegen ist alles in Ordnung. Naja, fast alles. Bettina Wulff läuft noch frei herum und versucht jedem, der nicht bei drei auf den Bäumen, im Flugzeug oder in der Stratosphäre ist, ihr neues Buch zu verkaufen. Aber sonst? Gut, ja, diese komische Sache mit dem Geheimdienst… also nicht mit dem Bundesverfassungschutz, der Akten schredert. Nein, auch nicht mit der Verfassungsschutz von Sachsen-Anhalt, wo der Chef zurück und in den „wohlverdienten“ Ruhestand getreten ist, weil seine Jungs die Akten nicht weitergegeben haben, die sie von dem anderen Geheimdienst, dem MAD, zunächst gar nicht bekommen haben wollten, der die ja selber vernichtet hatte, was aber gar nicht so schlimm gewesen wäre, hätte das LKA in Berlin die Hinweise des V-Mannes, der den Nazis nebenbei Waffen geliefert hatte, ernst genommen und weitergeleitet. Schließlich wurde dieser hochsympathische Mann ja vom Verfassungsschutz für so etwas bezahlt. Von Steuergeldern. Also all das mein ich nicht, sondern den BND, der vor Syrien in einem Schifferl hin- und herfährt. Mit modernster Technik. Wow. Amerikanische Sicherheitsgreise… nein, Sicherheitskreise natürlich, haben sogar gesagt, die Deutschen wären die Augen und Ohren der westlichen Welt im Nahen Osten. Ojegerl! Wenn die Kollegen vom Auslandsgeheimdienst solche Vollpfos… Vollprofis, wie die im Inland sind, dann ist die westliche Welt blind und taub, kann aber sehr gut zurücktreten, wenn es mal eng wird.
Spionage und andere prekäre Aufgaben sollte man doch lieber den Leuten überlassen, die das wirklich können. Google zum Beispiel. Oder Facebook.
Aber das kostet natürlich Geld. Und Geld… tja, Geld hat ja ein Imageproblem. Zumindest der Euro. Rein in die Krise, raus aus der Krise, dann wieder rein. Die langatmigste Währungs-Soap-Opera der Welt: Eine schwankende Währung gestützt vom guten Kumpel EZB versucht bei schlechtem Wetter (für die Special-Effects verantwortlich: Die Märkte) an einen trockenen Platz zu gelangen. Die resolute Hausmeisterin Angela will ihn aber nicht rein lassen, weil sie sich vor seiner Begleitung (wahnsinnig böse pleitegegangene, glutäugige Südländer, die dann vielleicht ins Stiegenhaus pinkeln) fürchtet. Da erscheint der Verfassungsrichter aus dem ersten Stock und spricht ein Machtwort. Solange der EZB-Typ nachher alles aufräumt, darf der Euro ruhig 190 Milliarden Meter hereinkommen. Was für ein beschissenes Drehbuch. Kein Wunder, daß das keiner mehr hören und sehen will.
Vielleicht sollte man den schlechten Ruf der Währung mit einer gezielten Anzeigenkampagne auf Kosten der Steuerzahler wieder aufbessern. Wie das geht? Keine Ahnung. Da fragt man am besten im Bundeskanzleramt in Wien nach.



2012 August


Liebe Sonnenbrandkandidaten und -Innen!
Ehrenwerte Vor-dem-Bildschirm-Hockende!
Liebe Zuhausgebliebene!


Sommer ist! Die Menschen liegen am Mittelmeer, lassen sich von der Sonne verwöhnen und von den Einwohnern der „Pleite-Länder“ Cocktails bringen, während im Hintergrund der Waldbrand tobt. Schön!
Und Olympia ist auch. In London. Deshalb steht Olympia dieses Jahr auch für „obvious lunatic young musclemen push it all“ (zu Deutsch: offensichtlich wahnsinnige junge Muskelpakete nehmen alles. Wie das auf Chinesisch heisst, weiss ich leider nicht.), um auch den chemischen und pharmazeuthischen Betrieben für ihre Unterstützung vor, während und nach den Spielen zu danken. 
Und das ist auch gut so, denn man müsse ja einsehen – was dauernd von Sport-Experten (wie wird man denn sowas? Durch intensives Zuschauen?) betont wird – dass die „Entwicklung weitergehe“. Schau einer an! 
Die Entwicklung geht einfach weiter. Grüsst nicht, schaut nicht links und nicht rechts, sondern geht einfach weiter. Crazy. Wie unfreundlich von der Entwicklung!
Liebe Sportexperten, darf ich Euch in meiner Funktion als „Sprachexperte“ (wie wird man sowas? Durch intensives blöd Daherreden. Hab ich mir von Bastian Sick abgeschaut), also ich als Sprachexperte sag Euch mal was. Aufgepasst! Zum Mitschreiben: Entwicklungen gehen immer weiter. Sonst wären sie nämlich keine Entwicklungen, gell? Sondern Stagnation, Stillstand oder die Regulierung der Finanzmärkte, da geht nämlich gar nichts weiter. Aber für die Entwicklung an sich ist das Weitergehen wesensimmanent. Ok?
Was? Wesensimmanent? Selber nachschauen! Ok?!
Wie? Nachschauen? Ach so: D-a-s m-u-s-s-t D-u g-o-o-g-l-e-n! 
Na, geht doch.
Man darf ja die Menschen, die sich im sportlichen Umfeld bewegen nicht intellektuell überfordern. Nein, das ist nicht meine Meinung, sondern die vom österreichischen Schwimm-Olympioniken (Muss das nicht mittlerweile Olympio-Nikes heissen?) Markus Rogan. Über den bekannten Schifahrer Hermann Maier (der in Österreich etwa so wichtig ist, wie der Kölner Dom in Deutschland oder der Akropolis in Griechenland oder die Mamma in Italien) hat Rogan nämlich gesagt: 
„Er hat genau das richtige Gehirnschmalz, um sportlich erfolgreich zu sein. Ich glaube, wenn man zu viel hat, dann steht man sich im Weg.“
Aha, es gilt also: Dumm siegt gut. 
Noch besser hat man es, wenn man sehr blöd ist und in Kärnten wohnt. 
Da kann man dann nämlich die eigene Landesregierung sehr gut finden. Eine Landesregierung, die knietief , nein, bis zu Hüfte, ach was… also die Landesregierung Kärntens erkennt man zur Zeit daran, dass aus dem sumpfigen Morast aus Korruption und illegaler Partei-Spenden und ganz lächerlicher Dementis einen mehrere dämlich grinsende, braungebrannt Schädel anglotzen. Aber es ist ja Sommer. 
Das merkt sich doch keiner. 
Die Kärntner sind ja auch zu einem großen Teil sehr sportlich!
So etwas wäre in Deutschland freilich undenkbar. Das derart dreckige Geschäfte… ans Licht kommen. Da verkauft lieber die Regierung heimlich, still und leise ein paar Panzer nach Katar. Denn Katar liegt neben Saudi-Arabien und ist somit demokratisch legitimiert.
Und in Katar ist auch bald Fussball-WM. Eben. Und was dem Blatter lieb ist, darf Frau Merkel doch nicht zu teuer sein. Obendrein ist Katar ja nicht Syrien! Nein. 
Das sieht man daran, dass es in Syrien eine Opposition gibt und in Katar nicht. 
Dafür haben die wenigstens noch Kohle. Nicht so wie die Griechen bei denen der Mitteleuropäer gern Urlaub macht, die sich ihren Staat und ihre Banken aushalten lassen und die dafür nichts tun. Gar nichts! 
Nichts, ausser deutsche Panzer kaufen. 
Eben. Und dafür können die einem doch durchaus was zu Trinken bringen….



2012 Juni/Juli


Liebe Stadtmenschen, werte Landbevölkerung!
Sehr geehrte Internet-Süchtige!
Hochverehrte Wertegemeinschaft!

Der Frühling ist in Hochform! Ja, wirklich der Anarchist unter den Jahreszeiten macht sich breit und schenkt uns Sonne, warme Luft, Pollenallergien und unkontrollierbare Regenschauer an der Alpennordseite. Der lässt es krachen und schwingt dabei sein blaues Band.
Und ich meine DAS blaue Band. Und nicht DIE blaue Bande.
Das ist ja der dritte österreichische Nationalratspräsident Graf, der mit seinen Kumpels in Wien-Donaustadt von Haus zu Haus zieht, um dort alte Damen um ihr Erspartes zu bringen. Kaum hat er das, steckt er es in sein eigenes Restaurant auf der anderen Seite der Donau, wo er sich wiederum mit seinen FPÖ-Freunden trifft und feiert. Ein Geschäftsmodell, das bisher eigentlich eher Südosteuropäern unterstellt wurde.
Insofern warte ich schon freudig auf die reisserische Berichterstattung in der „Kronen Zeitung“. Wo sonst „Rumänen-Banden“ und „Zigeuner-Clans“ sich in großen Lettern tummeln, kommen jetzt die „Graf-Gangster“! Oder die „Schmiss-Schwindler?“ Oder zumindest die Schlagzeile: „Donaustadt in Angst: Burschenschafter in Anmarsch!“
Aber ich fürchte, da kann ich lang warten.
Wenn das einmal passiert, dann darf man auch wieder in der Frankfurter City gegen Banken demonstrieren, ohne dabei von einem Polizeiaufgebot, das an beste Honecker-Zeiten erinnert, gehindert zu werden.
Ja, bevor das passiert…. lernt der FC Bayern noch Elfer schiessen. Oder zumindest Ecken ausführen.
Nein, bevor diese Schlagzeile gedruckt wird, da schreibt der Grass noch ein Gedicht. Und noch eins. Und noch eins. Und noch eins. Was ja kein Wunder ist, weil der ja dauernd Gedichte schreibt. Weshalb auch zu seinen Ehren die deutsche Fussballmannschaft kommende Woche in Danzig untergebracht worden ist.
Apropos alte Männer: Der Papst, die alte Spaßbremse vom Inn, hat keine Ruhe zuhause. Bei sich im Razzikan… Vatikan, wollt ich sagen, werden geheime Dokumente an Journalisten weitergegeben, sein Kammerdiener verhaftet (Das kann meinem nicht passieren. Der ist nämlich imaginär.), Gerüchte über tote Mädchen von vor dreissig Jahren tauchen auf und der Säckelwart, also der Chef der Vatikanbank, muss auch zurücktreten. Die haben eindeutig zu oft die „Borgias“ geschaut, die Jungs im Petersdom. Der Sprecher von Benedikt aber, also der Benediktusdiktus – wie der Lateiner sagt, lässt aber verlauten: „Der Papst verfolgt eine Strategie der vollen Transparenz.“
Natürlich! Und die Donau mündet bei Passau in die Elbe, die wiederum bei Paris in den Rhein mündet, welcher sich dann nahe Triest ins Schwarze Meer ergiesst.
Also Humor haben die. Das muss man Ihnen lassen.
Vielleicht sticht sie ja auch nur der Hafer. Schließlich ist ja Frühling.



2012 April/Mai


Sehr geehrte Damen und Herren!
Liebe Mädchen und Buben!
Salve, Verehrtes Publikum!

Ostern ist geschlagen. Der Hase ist seine Eier los und kann sich nun ein halbes Jahr einen Wanst anfressen, bis die Wild-Saison beginnt. Dann fressen wir uns einen Wanst mit dem Hasen an, welcher (Der Hase, nicht der Wanst) uns dann zum Dank dann in circa einem Jahr wieder Eier bringt, die er von Hühnern gestohlen hat. Das nennt man dann „Kreislauf der Natur“.
Ansonsten hat der alte Bayer wiedermal in Rom von seinem Privatbalkon die Spenden gesegnet. Nein, den Segen gespendet.

Apropos alte Männer:
Günther Grass, den man mit „SS“ schreibt, wie der medial geprügelte Mensch seit dem letzten Roman von Grass weiß, hat ein Gedicht verfasst. Das reimt sich nicht. Und darüber regen sich jetzt alle mächtig auf. Also alle, denen nichts besseres einfällt, als auf billige Provokationen von norddeutschen Pfeifenrauchern reflexartig zu reagieren.
Aber die regen sich nicht auf, weil es sich nicht reimt. Sondern weil in ihm folgende Reizworte vorkommen: Iran, Israel, Atom und Friede.
Hätte er ein Gedicht geschrieben, in dem Burundi, Bangladesh, Molekül und Ruhestörung vorkommen, hätte das keinen Menschen interessiert und sein – mit Sicherheit in Bälde folgender – Roman hätte sich nicht verkauft. Aber so….
Ich warte dagegen gespannt auf das Grass-Versepos zum syrischen Bürgerkrieg, den Grass-Limerick zum Öl-Konflikt zwischen Sudan und Südsudan, den Grass-Haiku zum Match zwischen Obama und Romney und den Grass-Schüttelreim zur Wahl in Nordrhein-Westfalen (vielleicht irgendwas mit „Kraft“ und „Freude“? Na? Fällt Dir da nichts ein, Günther?).
Und wenn er dann Aphorismen zur Eröffnung der nächsten Shopping-Mall verfasst, dann wird er vielleicht vom Baumeister Lugner zum nächsten Opernball eingeladen.

Apropos Österreich: 
Den Grass-Trick je mehr Skandal, desto höhere Verkaufszahlen probiert auch die österreichische Innenpolitik zu kopieren. Mit fragwürdigem Erfolg: Skandale gibt’s genug, aber keiner weiß, was die einem verkaufen wollen. Vielleicht einen für blöd?

Apropos Skandal: 
So einen hat jetzt auch der Secret-Service. Also jene Truppe von hochsympathische Männern, die rund um den amerikanischen Präsidenten positioniert sind, dunkle Anzüge und ebensolche Brillen tragen und alle eine Kabel-artige Mutation hinter dem rechten Ohrwaschel ihr eigen nennen. Und diese Männer haben…. aufgepasst!… Geschlechtsverkehr! Huch Erschütternd!
Find ich nicht so überraschend, bedeutet doch „Secret Service“ übersetzt etwa „im Dienste der Sekrete“. 
Nur der Papst ist natürlich froh, weil das endlich mal ein Sex-Skandal ist, mit dem seine Truppe nix zu tun hat.

Apropos Sekrete: 
„Humor“ kommt ja aus dem Französischen und bedeutet „Körperflüssigkeiten“, wahrscheinlich weil man mit denen viel Spaß haben kann oder man Tränen lacht oder was weiß ich warum.
Ich wollte nur eine Überleitung haben. Dazu ist mir jedes schleimige Mittel recht.



2012 Februar


Ehrenwerte Damen und Herren!
Sehr geehrte Wahlberechtigte!
Oh Publikum!

GROEBNERS NEWSLETTER MIT HEITER-AUFBEREITETEN, LEBENSWICHTIGEN INFORMATIONEN UND EINEM ANGEBOT FÜR DIE VON WAHLENTSCHEIDUNGEN GEBEUTELTE BEVÖLKERUNG

Jetzt ist er weg. Der Karneval. Vorbei. Und der Wulff. Auch weg.
Der Unterschied ist: Der Karneval kommt wieder. Mit TamTam und Getrööt und Helau und Alaaf und vielen Betrunkenen, die sich alle sehr gut gelaunt vorkommen, wobei sie eigentlich nur sehr alkoholisiert sind.
Der Wulff hingegen kommt ziemlich sicher nicht wieder – und wenn nur vor Gericht – dafür kostet er den Steuer zahlenden Menschen knappe 200.000 € pro Jahr.
Und die braucht er auch.
Schließlich muß er jetzt seine Freunde Groenewold, Geerkens, Glaeseker, Maschmeyer und Co dauernd in Villen, nach Sylt und aufs Oktoberfest einladen, Kredite verteilen und mit ihnen Tischfussball spielen. Das ist er ihnen schuldig.
Und wenn man das alles nicht nur zahlen muß, sondern auch noch dazu Veronica Ferres ertragen (Live! Da kann man nicht wegschalten!) dann ist das bißchen Geld auch nur ein geringer Trost.
Und überhaupt: Als Österreicher steht man ja fassungslos vor dem Phänomen, das ein Politiker, der im Verdacht steht, Geld widerrechtlich angenommen zu haben, von seinem Amt zurück tritt. Wahnsinn!
In Österreich ist überhaupt erst die Voraussetzung dafür, daß man ein Amt bekommt.
Wo wir schon von Karl Heinz Grasser sprechen: Die sensationelle Tageszeitung “Österreich” – die perfekte Kreuzung zwischen Abdeckfolie und unerwünschter Postwurfsendung – meldet, daß der Ex-Finanzminister nun sein Wiener Penthouse verkaufen muß. Und schreibt weiter: “Der Verkauf ist für Grasser kompliziert – er ist nämlich nur Mieter der Immobilie”. Tja.
Andererseits: der Mann ist es ja gewohnt Immobilien zu verkaufen, die ihm nicht gehören.
Apropos Geld:
Der deutsche Innenminister Friedrich (genannt: Friedrich, der Kleine) möchte jetzt eine Neonazi-Datei haben. Wahrscheinlich damit er endlich mal genau weiß, an wen der Verfassungsschutz die ganze Kohle eigentlich verteilt.
Apropos Kosten: Kreuzfahrtschiffe mit dem Begriff “Costa” im Namen sollte man meiden. Entweder sie brennen oder versinken im Wasser. Aber nur zur Hälfte. Und liegen dann als Denkmal für menschliche Dummheit vor italienischen Inseln herum.
Was aber auch wieder etwas hat, wie ich finde: Schließlich ist sie doch eine der zentralen menschlichen Eigenschaften. Oder wie hat Einstein so schön gesagt:
“Nur zwei Dinge sind unendlich: Das Weltall und die menschliche Dummheit. Und beim Weltall bin ich mir nicht ganz sicher.” Stimmt.
Schließlich ist nächstes Jahr wieder Karneval.



2012 - Januar (vulgo: Jänner)


Liebe Rettungsschirm-Finanzierer und -Innen,
Werte Leserinnen und Leser,
Sehr geehrte Menschheit!

Diesmal halt ich mich kurz. Es ist nämlich so, daß mir fast die Finger über der Tastatur einfrieren. Ich melde mich nämlich direkt aus dem Schloß Bellevue (Noch-Amtsitz von Christian Wulff).
Denn es ist kalt geworden rund um Wulff. Und einsam. Mit leerem Blick zeichnet er auf tausenden A4-Zetteln immer wieder das Tatoo seiner Frau nach, zerknüllt das Papier und wirft es durch den Raum. Dann greift er zum Telefon… und lässt es dann doch wieder sein. Dann wieder ein Blatt Papier…
Ich hocke in seinem Kühlschrank und beobachte das alles durch einen Brokoli hindurch. Bezahlt werde ich sowohl von BILD, als auch vom Verfassungsschutz. Letzterem hab ich klar machen können, daß ein Mann, der meint, der Islam gehöre zu Deutschland, wohl eindeutig ein Mitglied der “Linken” sein müsse.
Die BILD-Zeitung wiederum will von mir nur wissen, wann Wulff endlich wieder anruft. Damit sie das diesmal gleich im Live-Stream bringen können.
Das alles wär seinem großen Vorgänger nicht passiert. Dem 300jahre alten Fritz. Der hätte den Krieg nicht angedroht, sondern gleich gemacht. Ja, der wär mit langen Kerls in der BILD-Redaktion einmarschiert, hätte Teile der Redaktion annektiert und dazu Flöte gespielt.
Vor allem hätt der sich gar nicht erst wählen lassen. Sich wählen lassen, ist absolut unpreussisch. Zumindest Unhohenzollerisch. Also auf jeden Fall unadelig.
Wahrscheinlich will deswegen auch der Guttenberg 2013 nicht für die CSU kandidieren.
Was er sonst machen will, weiß man nicht. Studieren wäre eine Möglichkeit.
Oder er übernimmt den Posten des Büroleiters vom ORF-Generalsekretär. Der ist nämlich gerade freigeworden.
Eigentlich wollte ein junger, aufstrebender Mann mit rotem Haar den Job haben…(Nein, nicht der Pumukl) …aber daraus wird jetzt nix.
Der geht jetzt zur REWE. Vielleicht.
Dann dröhnt es dort aus den Lautsprechern: “Ein junger Roter – jetzt bei uns neu im Kühlregal!” Aber wer will das schon haben? Kalte Rote….pfui!



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