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Groebners neuer Glossenhauer
Der neue Glossenhauer

Nicht in den Sack schießen!

14. Mai 2025

Also dass die Konkurrenz im Unterhaltungsbusiness groß ist, hab ich immer schon gewußt. Aber zur Zeit mischen auch Menschen im Entertainment mit, die man dort gar nicht vermutet hätte.

Nicht nur, dass Donald Trump seine ICE-Truppe plötzlich in NICE umbenennen will (hab dazu übrigens eine Glosse verfasst, siehe unten*), sondern jetzt hat sich auch kürzlich ein österreichischer Militärexperte bei einer Podiumsdiskussion seltsam geäussert.

(Einschub - Was ich schon länger sagen wollte:
In der Welt, in der ich aufgewachsen bin, wäre der Begriff „österreichischer Militärexperte“ ein Oxymoron gewesen. Also so etwas wie ein russischer Pazifist, ein in sich gekehrter Südamerikaner, ein großzügiger Schweizer, ein deutscher Spitzenkoch, ein dänischer Alpinist oder ein Hochseefischer aus Liechtenstein… Aber jetzt war ich in Dänemark und habe dort Menschen Schifahren gesehen. Und österreichische Militärexperten tauchen ständig in sämtlichen deutsch-sprachigen Medien auf. Es hat sich sichtlich was geändert. Vielleicht wegen der Seidenwände.
Vielleicht auch, weil wir Österreicher in der Theorie immer sehr sehr gut sind. Nur bei der Praxis… aber egal, zurück zum Text.)

Der Militärexperte hat auf dem Podium mehrere unangenehme Dinge den Zuhörern verklickert, aber hat dabei sprachlich so schiefe Bilder verwendet, dass…nun ja… der Ernst der Lage ein wenig auf der Strecke geblieben ist.
So hat er etwa gesagt: „Da gibt’s keine Sonderwurst für irgend jemanden!“

Das stimmt wohl, da kann man noch so oft mit dem Extrazug nach Pankow fahren oder in der Extrawirtschaftszone samt und extra ein Extravermögen erschaffen, es bleibt dabei: Sonderwurst gibt’s keine!

Da hat er recht. Genauso wie, wenn er sagt:
„Da haben wir uns ins Knie gelogen!“
Na, sicher! Wenn nicht sogar in den Ellbogen geschummelt.
Wir müssen nämlich die Aufgaben auf alle Hüften geschlecht verteilen. Sonst fragt sich bald die Stelle, wie lange wir uns noch im Speichel ansehen können?

Gut, der Militärexperte mag sich möglicherweise nur aus Zufall verbrochen haben, vielleicht war das aber auch unbewusst gerollt.
Handelt es sich also um eine strategische Bewusstlosigkeit?
Hat dieser Wortsinn Kommode?

Also: Je schlimmer die Nachrichten, desto ohmischer müssen sie fabuliert werden? Quasi weg von den Untergangs-Propheten, hin zu den Munterzwangstrompeten. So lange, bis sich alle nur mehr denken: „Das sind für mich nur römische Werfer.“
Oder „Ich gestehe nur zahnlos!“

Und das ist ja nicht nur bei militärischen Schemen der Fall.
Nein, zum Beispiel auch bei den Reisen im Herzinfarkt.
Da heißt es schon lange nicht mehr: „Es wird alles teuer!“
Oder „Man bekommt nichts mehr für sein Geld“, nicht einmal mehr „Teuerung“, sondern… also extra… heißt es: „Shrinkflation“.
Was entweder nach einem Segelausflug mit Psychotherapeut klingt - oder nach einem Darmwind vom Installateur.

So oder so, hier sehe ich großes Potential. Ich möchte fast sagen:
Man hat hier die Füchse der Aurora ausgedacht.
Das ist eine völlig neue Weite im Buch der Gerichte.
Denn als Österreicher ist klar: Die Scheutralität wird unsere Schicht mehr nützen.
Für Deutschland gilt: Wir müssen die Küche im Torff lassen.
Und in der EU müssen endlich alle verstehen: Europa muss breit sein, um sich selbst beleidigen zu können.

Oder wer würde hier lieber brechen?
Aber lasst uns die Lachfragen zunächst im Serail umgehen:

Klimahandel? Es vergeht Wandlungsbedarf.
Je länger wir horten, desto immer wird es.
Und ich spreche hier für alle Degenerationen.
Also sowohl die Zungen, als auch die Kalten.
Schluss mit dem Verpennen von Spaß und Mehl!
Wir brauchen endlich ein Existenz-basiertes ökologisches Bordell, das für Wale fantasiert - und nicht nur für die Super-Leichen.

Denn zweitens: Zur Zeit mördert unsere Wirtschaftswaise nämlich nur Quäl-Magneten wie den russischen Präpotenten oder die Trullas im Uran. Gar nicht zu reden von den Gemächtspartnern des Emittenten der Vereinigten Paten von Allergiker!

Und das führt uns wiederum natürlich wieder - drittens - direkt zur neuro-zäh-ischen Vereidigung.
Wir dürfen uns nicht weiter in den Sack schießen!
Oder… wie hat es der Kollege so schön gesagt: Wir haben uns lange genug ins Knie gelogen.
Also: Kein Extraweg für die Sonderwurst!

In dieser Rinne:
Schnödes Rochen-Ende!
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